Um tolle Fotos zu machen, ist man des öfteren gezwungen, die eigenen vier Wände zu verlassen. Mal nur ein paar Schritte, mal 12 Stunden mit dem Flugzeug. Egal wohin, egal wie weit, Gelegenheiten bieten sich Immer.

Da es mich in letzter Zeit doch des öfteren in die Ferne zog, möchte ich euch die gebliebenen Eindrücke natürlich nicht vorenthalten. Daher findet ihr hier ein paar Schilderungen und Bebilderungen.

Bei den Bilder hier habe ich absichtlich nicht die tollen Touristen Locations genommen, sondern die Bilder, die einem ein wenig mehr Eindruck von der Gesamtsituation erlauben.

Viel Spaß beim Lesen und Anschauen.

Kuba von Ost nach West

Kuba von Ost nach West

Nachdem man aus den Medien immer wieder Meldungen vernahm, dass sich Kuba langsam öffnen und an die "westlichen" Länder annähern würde, wurde die Befürchtung, dass sich das Land mit seinem bisherigen Charme in eine Touristenhochburg verwandeln könnte, immer größer. Auch wenn sich dies bisher nicht abzeichnet, wollte ich die Chance nutzen, das kubanische "Flair" zu erleben. Im Freundes und Kollegenkreis angesprochen, wurde aus der bloßen Idee schnell ein konkreter Plan. Und so beschlossen vier Reiselustige kurzerhand, es zu wagen. Also flogen wir im Mai 2017 auf die Insel. Havanna Unser Flieger landet nach ca. 11h Flug in Havanna. Nach laaaangem Warten auf das Gepäck und dem obligatorischen Geldwechsel treffen wir unseren Guide für die Tour : Rodniel (bis heute weiß ich nicht, ob man den Namen so schreibt). Ziemlich fertig kommen wir schließlich gegen 23:30 Uhr (Ortszeit) im ehemaligen Hilton Hotel an. Trotz des Bedürfnisses, ein Bett aufsuchen zu wollen, lockt die Kennenlernrunde uns noch zu einem Absacker an die Hotelbar. Stilecht mit Mojito natürlich. Am nächsten Morgen geht es dann, mehr oder weniger wach und nüchtern, zu Fuß durch Havannas Altstadt. Das Kapitol prägt das Bild unseres Startpunktes. Die vielen Namen der Volkshelden, deren Statuen die Stadt zieren, kann man sich kaum merken. Wir schlendern die Promenade zum Malecón, Havannas Ufermauer, entlang. Das Nebeneinander von Ruinen und frisch renovierten, bunten Häusern ergibt einen erschreckend schönen Anblick. Das Bild der Kontraste setzt sich fort, wenn man Pferdekutschen neben modernen Autos aus China sieht. Vom Malecón aus kann man den Blick auf die Festung “Castillo de los Tres Reyes del Morro“ genießen, die wir später noch besuchen. Aber erst einmal weiter in die Innenstadt. Nach Besichtigung des Marktplatzes und der vielen Kirchen, fahren wir mit dem Bus auf die andere Seite der Stadt zur Jesus Statue und der bereits erwähnten Festung. Wir genießen den Blick auf Havanna, das sich die Bucht entlang erstreckt. Etwas unverhofft werden wir auf dem Rückweg wieder am Kapitol abgeladen. Wir sollen eines der vielen Oldtimer Taxis nehmen. Die Auswahl fällt schwer. Doch die Damen in der Truppe sind farblich fixiert. Die Tour geht durch die Straßen und Parks der Stadt. Die Abgase sind recht heftig. Am nächsten Morgen lockt uns die Sonne auf den Balkon des Hotels. Recht früh und noch etwas wackelig (nicht nur wir sondern auch der Balkon) entschädigt der Ausblick auch den Kaffeemangel. Standesgemäß geht es am 3. Tag ins "Museo del Ron Havana Club". Inzwischen sämtlicher Hemmungen entledigt, am helllichten Tag zu trinken, wird sich erst einmal ein Cocktail gegönnt und danach der Rundgang gestartet. Nach Rum folgt Revolution! Wenn nicht alphabetisch, dann doch aktionistisch (ist das überhaupt ein Wort?). Da wir selber keine beginnen wollen, schauen wir uns die Revolutionen vergangener Tage an. Mit diesem Panzer vor dem "Museo de la Revolucion" soll Fiedel Castro persönlich zwei Schiffe und ein Flugzeug in der Schweinebucht versenkt haben. Am Abend steht der klägliche Versuch an, uns Salsa-Tanzen, mit mehr oder weniger begeisterten Kubanischen Tänzerinnen und Tänzern, beizubringen. Nur gut, wir können die Knoten wieder auflösen. Im Anschluss gibt es das Standardgericht in Kuba zum Abendbrot: Reis mit Schwarzbohnen und allerlei Fleisch. Besonderes Highlight am Abend: ein Besuch im Buena Vista Social Club, bei dem sogar eine Dame der Originalbesetzung auf die Bühne geschleift wird. Kaum ein Mikro in der Hand, werden wir von Ihrer Stimme, trotz des stattlichen Alters, von den Stühlen geblasen. Respekt!! Vinales Tal Havanna ist beeindruckend, aber auch etwas anstrengend. Gerade die Luft macht einem zu schaffen. Man merkt erst was für ein Segen ein Katalysator in Autos ist, wenn man in einer Stadt verweilt, wo es keine gibt. Aber gut eingestimmt auf Kuba geht es, vorläufig, erstmal weiter nach Osten. Ins "Valle de Viñales". Die Berge dort bilden wohl eines der bekanntesten Fotomotive Kubas und sollen auch hier nicht fehlen. Doch zuerst machen wir einen kleinen Zwischenstopp, um uns das zweit wichtigste in Kuba nach dem Rum anzuschauen. Den Tabak. Noch haben wir wenig Ahnung, wie aus diesem Blattwerk mal eine Zigarre wird, doch wir wissen jetzt endlich, wofür die ganzen verstreut stehenden Hütten genutzt werden, die wir während der Fahrt gesehen haben. Transportiert wird das Blattgrün noch auf Ochsenkarren von den Feldern zu den kleinen oder auch größeren Hütten. Dort werden die Blätter in Bündel zusammengefasst und zum Trocknen aufgehängt. Nachdem die kubanischen Tabakbauern sich noch einmal in Szene setzen für ein Foto wie aus dem Bilderbuch geht es, wie könnte es anders sein, ab in den Bus. Wo die Tabakfelder aufhören folgen Mangobäume in Hülle und Fülle. Die Begeisterung der Reisegruppe lässt Dyron, unserem Busfahrer, keine Wahl. Auch hier wird gehalten! Leider hält sich der Reifegrad noch in Grenzen, weshalb wir mit leeren Taschen wieder in unser blaues Reisegefährt einsteigen. Nächster Halt: "Los Jazmines“ Hotel. Einer der bekanntesten Aussichtspunkte mit Blick auf die Berge. Wohl schon 1000 mal fotografiert und dennoch auch das 1001. Foto wert. Oder ein paar mehr. Natürlich will man die Landschaft nicht nur aus der Ferne betrachten. Also wieder ab in den Bus und auf den holprigen Straßen weiter Richtung Vinales (der Stadt). Wer glaubt Nebenstraßen in Deutschlands Großstädten seien ein Graus, der hat kubanische Autobahnen noch nicht erlebt. Dafür ist die Verkehrsdichte angenehm gering. Angekommen in Vinales wird zuerst der lokale "Supermarkt" gestürmt. Die Wasservorräte müssen aufgefüllt werden. Abgefülltes Trinkwasser, ist im Gegensatz zu Rum, nicht an jeder Ecke zu haben. Villeicht sollten wir unsere Trinkgewohnheiten umstellen? Vor Ort treffen wir unseren lokalen Guide. Ein Kubaner, der zu DDR-Zeiten in Deutschland studiert hat und unserer Sprache nach all den Jahren noch erstaunlich mächtig ist. Neben seinen linguistischen Fähigkeiten, glänzt er aber vor allem mit Wissen über die lokale Flora und Fauna. Soviel kann mein staubgeplagtes Gehirn nicht speichern. Daher mache ich lieber Fotos. Vorbei an den braunen Äckern und den hohen Bergen führt uns unsere Wanderung zur "Casa Fernando". Einer kleinen Tabakplantage, die sich schon recht gut auf Touristen eingestellt hat. Die Begrüßung erfolgt, wie immer, mit Rum. Nicht pur, sondern diesmal mit Mangosaft. Ich stelle fest, man kann fast alles mit Rum veredeln. Etwas irritiert schauen wir, wie unser Guide nach dem Öffnen der neuen Flasche den ersten Schluck auf den Boden schüttet. Eine Opfergabe an die Götter. Jede neue Flasche verliert so ihren ersten Teil, wie uns erklärt wird. Nur gut, dass die Götter gern teilen und so fließt auch etwas in unsere Gläser. Nachdem der Pegel wieder hergestellt ist, wird uns die Kunst des Zigarrenrollens gezeigt. Nicht auf dem Oberschenkel einer Kubanerin, aber von einem Bauern mit gutem Englisch und Cowboyhut. Jeder Bauer hat dabei sein eigenes Rezept, wie die getrockneten Blätter fermentiert werden. Der Aufbau der Zigarre ist dagegen immer gleich. Nachdem uns fachgerecht gezeigt wurde, wie die verschiedenen Blätter in Qualität und Reihenfolge zu einem Glimmstängel verarbeitet werden, bleibt nur noch eins zu tun. Probieren. Auch ich als Nichtraucher versuche mein Glück. Nachdem sich die Nebelschwaden und der Hustenreiz lichten, ist der Geschmack relativ angenehm. Und so entschließen wir uns einige der Rollen zu kaufen. Der Rückweg bietet Zeit, um unseren Guide über die Qualität der gekauften Zigarren zu befragen. Wie eine "Monte Cristo" wird uns bestätigt. Passt! Auch wenn es nicht im Programm steht, wollen wir uns gern noch die bemalte Wand "Mural de la Prehistoria" ansehen. Also machen wir einen kurzen Zwischenstopp und nähern uns über Schleichwege der Touristenattraktion. Am Aussichtspunkt "Buena Vista" legen wir unseren letzten Zwischenstopp vor dem Hotel ein und nutzen die Aussicht für eine Gruppenfoto. Komisches Gruppenbild denkt Ihr??? Nein der Datenschutz. Daher müssen die Vierbeiner als Ersatz herhalten. Gedanklich haben wir uns schon von dem tollen Ausblick verabschiedet als wir unsere Reise zum Hotel fortsetzen. Doch wir werden eines Besseren belehrt. Der Blick hinter den Bungalows ist im Sonnenuntergang geradezu atemberaubend. Cayo Jutias Vamos a la playa!! Nach den Wanderungen der letzten Tage haben wir uns etwas Erholung verdient. Dayron, der mit seinen telekinetischen Fähigkeiten jedes Tier von den Straßen schieben kann, bringt uns wie immer sicher ans Ziel. Und so gelangen wir auf die kleine Halbinsel mit Ihren weißen Sandstränden, wie aus der Werbung für gewisse Kokoskugeln. Neben etlichen Badegästen erwarten uns auch kleine Krabben. Also auf zur Premiere. Ja, ich war noch nie im Meer. Soll es geben. Eklig salzig. Da lobe ich mir Süßwasserseen. Dennoch. Das offene Meer hat schon was. Also warum nicht gleich in die Vollen und schnorcheln gehen...schwimmen. So buchen wir uns zu viert eine Tour und schauen uns die Korallen und die Fische an. Kein Vergleich zu Riffen vor Australien, aber dennoch beeindruckend. Nach gefühlt zwei Litern geschlucktem Salzwasser reicht es dann auch und ich bin froh, als es zurück ans Ufer geht. Noch nass von unten, werden wir durch das Nass von oben überrascht. Strandtag und dann so was. Nur gut, dass nach ca. einer Stunde der Wolkenbruch sein Ende findet und wir uns wieder in die Fluten stürzen können. Zurück im Hotel beschließen wir, nach dem Abendessen noch in die Stadt Vinales zu fahren, um das kubanische Nachtleben zu erkunden. Einige von uns versuchen sich sogar am gelernten Salsatanz. So locker flockig wie bei den Kubanern(innen) sieht es zwar noch nicht aus, aber wenigstens die Füße bleiben ganz. Santa Clara Frühstück, Bus und weiter gehts in die Mitte Kubas nach "Santa Clara". Doch zuvor machen wir noch einen Zwischenstopp. Der berühmte Guavenrum "Guayabita Pinar" lockt uns nach "Pinar del Rio". Nicht viel los hier, aber wir schauen uns eh nur kurz die "Fabrik" (besser das kleine Häuschen) an und kaufen uns eine Flasche. Gut versorgt kommen wir am frühen Nachmittag in "Santa Clara" an. Erster Tagesordnungspunkt ist das Mausoleum von Che Guevara. Ein riesiger Komplex aus Vorplatz, Statuen und dem eigentlichen Grab, in dem Fotografieren leider verboten ist. Natürlich darf auch eines der bekanntesten Motive vor der Parteizentrale nicht fehlen, die wir kurz danach aufsuchen. Wir setzen unsere Tour in der Innenstadt fort und starten am "Parque Vidal". Da es hier wieder einen W-LAN Hotspot gibt, herrscht reges Treiben. Viele Familien mit Kindern, die im Park spielen oder sich von einer kleinen Kutsche um den Platz fahren lassen. Durch die kleinen Gassen setzen wir unsere Erkundungstour fort. Die kubanische Flagge und Che Guevara`s Portrait sind allgegenwärtig. Kuba und seine Volkshelden sind untrennbar verbunden...die kubanische Elektrik dagegen eher nicht. Unser ursprüngliches Hotel war scheinbar ausgebucht. So werden wir kurzerhand in einen Hotelkomplex im Stiel eines alten Indianerdorfes umquartiert. Dieses wurde zur Erinnerung an den Umgang mit Kubas Indianern errichtet, der sich nicht wesentlich von dem in Mittelamerika unterschied. Sierra del Escambray Das Gebirge ist wohl eines der schönsten Naturschauplätze Kubas. Die zahlreichen Wasserfälle und natürlichen Badestellen laden nicht nur zum Anschauen sondern auch zum Baden ein. Doch bevor wir die Natur genießen, steht noch, wie könnte es anders sein, ein Schauplatz der Revolution auf dem Programm. Die "Accion contra el Tren Blindado" olè....oder man nennt es einfach eine Zugentgleisung. Heroisch wurden hier die Gleise mit einem, ach was sag ich, mit DEM Bulldozer schlecht hin verbogen und so der Nachschub Batista's in den Osten aufgehalten und zweckentfremdet. Heute zieren ein Denkmal und ein Museum den Ort. Leider hat es Sonntags geschlossen. Doch wenn man genau hinhört, kann man noch die Schlachtrufe der Revolutionäre vernehmen. Doch auf zur Wandertour durch die Sierra del Escambray! Die kleinen verschlungenen Bergpfade führen uns durch sattes Grün vorbei an kleinen Wasserbecken. Auch sehen wir endlich wieder einmal Tiere oder besser Tierchen. Darunter ist auch der Nationalvogel Kubas, der Kubatrogon, nach dessen Farben die kubanische Flagge entworfen wurde. Oder war es umgekehrt??? Highlight ist der Wasserfall am Ende der Tour. Also Badesachen an und ab ins kühle Nass. Hinter dem Wasserfall lässt sich eine Höhle erkunden. Nur einen Schatz gibt es da leider nicht. Dafür waghalsige Kubaner, die von der seitlichen Klippe springen. Hungrig vom Wandern bringt uns ein Obststand am Rande der Straße zum Anhalten. Schon lange wollten wir uns durch das Fruchtsortiment Kubas schlemmen. Die Namen der teils merkwürdig aussehenden Früchte konnte ich mir zwar nicht merken, aber lecker waren sie allesamt. Mit dem Geschmack von Obst, welches wir aus deutschen Supermärkten kennen, ist das nicht zu vergleichen. Da merkt man erst einmal, wie eine Mango schmecken sollte. Gestärkt, überzuckert und dementsprechend gut gelaunt machen wir uns mit einigen Obstsorten im Gepäck auf den Weg in unser Hotel in Trinidad. Das erste Mal "all inclusive". Nach dem Abladen im Zimmer und dem Besuch der Hotelbar machen wir uns auf zum Strand um den Sonnenuntergang zu genießen. Der bietet deutlich mehr als die verwässerten Getränke und das unfreundliche Personal. "Hula Hula Hoop -Shaky, shaky shaky"... Nein wir sind nicht unter die Reifenschwinger gegangen, sondern waren in der Disco. Besser gesagt einer Höhle, die zur Disco umgebaut wurde. Das war aber nicht einmal das Highlight des Abends. Auf der Rückfahrt gegen 2 Uhr nachts macht unser Busfahrer die blaue Innenbeleuchtung an und spielt den Song mit oben genanntem Refrain. Hammer. Die Kubaner wissen eben wie man feiert. Trinidad Kuuurze Nacht... Hula hu und so weiter. Egal, es wartet eine der wohl buntesten Städte von Kuba. Wir starten am "Plaza Carrillo".... und schlängeln uns durch die farbenfrohen Gassen in Richtung "Plaza Mayor". Die langen, vergitterten "Fenster" (Glas ist nicht drin) mit Holztüren sind typisch für die Altstadt. Zur Mittagszeit werden alle geschlossen und kaum ein Mensch ist mehr auf den Straßen. Nur die doofen Touristen rennen bei senkrecht stehender Sonne durch die Stadt. Von den Einheimischen werden wir auch direkt an unserem Hotelbändchen erkannt. Dessen unbeirrt sehen wir uns auf dem "Plaza Mayor" um. Neben der kleinen Parkanlage sind die "Spanische Treppe" und der Turm des "Museo Nacional" wohl die bekanntesten Wahrzeichen Trinidads und dürfen somit auch hier nicht fehlen. Übrigens ist hier auch wieder ein W-LAN Knotenpunkt, was die vielen nach unten blickenden Menschen erklärt. Wie die Zuckerbarone in Trinidad gelebt haben, kann man sich in einem der Häuser der Stadt anschauen. Mächtig kitschig die Einrichtung, bei der man immer auch im Hinterkopf behalten sollte auf wessen Kosten diese erwirtschaftet wurde. Vom hauseigenen Turm können wir den Blick über die Stadt genießen. Während sich ein Teil unserer Truppe abspaltet, um Zigarren kaufen zu gehen, schlendern wir etwas durch die Straßen. Neben den zahlreichen Touristenmärkten werden wir von zwei Frauen angesprochen. Wir verstehen nicht viel, aber sie wollen uns die kleine Schule zeigen in der sie arbeiten. Die Schulbildung ist in Kuba kostenlos und für jeden zugänglich, die Schulmittel sind jedoch nicht auf dem neusten Stand....ist ja in Deutschland nicht anders. Etwas ab vom Zentrum fällt dann auch langsam die Farbe von den Häusern. Es bröckelt halt immer hinter den schönen Fassaden. Nichts desto trotz ist es eine tolle Stadt. Und so nutzen wir nach einer kleinen Pause im Hotel den Abend um uns Livemusik auf der Spanischen Treppe anzuschauen und anzuhören. Zugegeben habe ich die Hälfte verschlafen. Nicht weil es schlecht war, sondern die vergangenen Tage recht anstrengend. El Nicho Eigentlich hatte der Reiseveranstalter für diesen Tag eine Pause eingeplant. Nach den doch recht intensiven letzten Tagen sicher keine schlechte Idee. Jedoch sagte uns unser allinc Hotel nicht sonderlich zu, um dort einen Tag am Strand zu verbringen. Außerdem ist das eh nicht meins. Insofern war ich recht froh, dass auch der Rest der Reisegruppe lieber noch etwas unternehmen wollte. Unser Guide tätigte ein paar Anrufe und schlug schließlich vor, zu den Wasserfällen nach "El Nicho" zu fahren. Gebongt!!!! Also rin in den Bus, schlechte Straßen genießen und fertig! Auf kleinen Pfaden geht es, ähnlich wie in der "Sierra del Escambray", vorbei an kleinen Becken, alle mit Eigennamen, in denen man wunderbar baden kann. Dazwischen liegt der bekannte Wasserfall. Die üblichen 15 Minuten um ein paar Fotos zu machen reichen kaum um den ND-Filter aufzuschrauben. Trotz der langen Belichtung sind einige Menschen eben auch dann nicht vom Bild zu bekommen. Der Herr in Rot hatte aber auch ein Sitzfleisch.... Weiter bergauf folgt das größte Becken, das "Poceta de cristal". Eigentlich wollte ich auch baden, aber die Massen an Menschen sind mir zu viel. Ich brauch erst einmal etwas Raum. So gehe ich ein Stück weiter rauf und finde einen schönen Aussichtspunkt, an dem später auch der Rest der Gruppe auftaucht. Von hier kann man in der Ferne den "Hanabanilla" Stausee erkennen. Wir machen uns auf den Rückweg. Etwas frustriert, dass die Becken so voll waren trotte ich den Weg zurück. Auf der anderen Seite des Busplatzes zieht sich der Flusslauf mit Überhängen und kleinen Becken jedoch weiter, auch wenn es nicht mehr Teil der offiziellen Route ist. Wir gehen weiter und entdecken einen kleineren Wasserfall und weitere Becken. Jetzt oder nie. Kaum was los hier und das Wasser ist auch angenehm. Die Laune steigt erheblich an. Unser Guide entschuldigt sich laufend dafür, wie wenig Wasser den Hang herunter fließt. Aber die Regenzeit steht eben erst noch an. Schön ist es dennoch. Wie nützlich ein Reiseführer ist, merken wir als der Hunger uns ereilt und wir in der hiesigen Touristenkneipe etwas essen wollen. Er rät uns davon ab und führt uns keine 200 m weiter in das kleine "Restaurant Guamuhaya". Wir sitzen draußen an einer langen Tafel neben der kleinen Hütte und staunen nicht schlecht was uns alles aufgetafelt wird. Neben dem allseits bekannten Reis mit Schwarzbohnen gibt es Süßkartoffel-Pommes, Kochbananenchips und Fleisch nach Wahl. LECKER!!! Zurück im Hotel genießen wir wieder den Sonnenuntergang. Ein Tag Fotos machen, einen Tag genießen. Ein guter Kompromiss. Und dann geht es wieder in die Höhlendisco... leider ohne mich. Nach etlichen anderen, hat auch mir die kubanische Küche etwas auf den Magen geschlagen. Die Stories der Partywütigen am nächsten Morgen, machen die Sache leider nicht besser. Manaca Iznaga Weiter geht die wilde Fahrt. Naja gut, die meisten schlafen. Aber wir haben ja auch keine Partybustour gebucht, auch wenn die Rückfahrt von der Disco neulich etwas anderes vermuten lassen würde. Es wartet wieder mal ein Aussichtspunkt auf uns. Wir sind nicht der einzige Bus, der hier hält. Das muss man halt in Kauf nehmen, wenn man mit einem Reiseunternehmen fährt. Wir haben einen leicht verregneten Blick auf die Zuckerrohrfelder, aber immerhin einen versöhnlichen Regenbogen. Schnellen Schrittes geht es zum Bus, an einem der wenigen Regentage, die wir während der Reise hatten. Wir fahren weiter zu einem der wohl bekanntesten Türme Kubas, dem "Manaca Iznaga". Der Turm diente dem hiesigen Zuckerrohrbaron nicht zur Bewunderung der Aussicht, sondern zur Überwachung seiner Sklaven. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wirkt der Turm doch etwas bedrückend, wie er da in der Landschaft steht. Mit meiner leichten Höhenangst komme ich nur bis zur 3. Etage. Reicht aber auch. Der Weg zum Turm war gepflastert mit Touristenständen. Weiße Tücher soweit das Auge reicht. Und schon recht aufdringliche Leute. Wir schauen uns noch ein wenig auf dem Anwesen um und probieren uns an der alten Zuckerrohrpresse, natürlich nicht ohne uns danach ein Getränk davon machen zu lassen. Camagüey Gestärkt vom Zuckerrohrsaft, mit Rum natürlich, machen wir uns auf nach Camagüey. Eine Stadt mit vielen Plätzen und einer gut erhaltenen Altstadt. Wir wechseln das Transportmittel und lassen uns in Rikschas einmal durch die Stadt fahren. Bei über 30°C möchte ich nicht mit den Fahrern tauschen. Einer aus unserer Reisegruppe versucht es dennoch, kommt aber kaum 50 Meter weit. Vorbei am Platz "San Juan de Dios" kommen wir beim Atelier einer bekannte Künstlerin an: Martha Jiménez. Na gut bekannt.... also ich .....kannte sie... danach auf jedenfalls. Auf dem Platz davor stehen viele ihrer Statuen und lassen den ansonsten recht leeren Platz etwas aufleben. Schwitzend geht es weiter durch die Altstadt. Zumindest für einen auf dem Rad. Wir halten am Platz "Ignacio Agramonte" (man denke sich den spanischen Akzent beim Lesen). Wir machen einen kleinen Zwischenstopp am "Teatro Principal". Dort wird gerade ein Ballettstück geprobt. Doch auch hier kommt man gegen einen kleinen Obolus weiter. Wir fördern ja gern die Künste. Da wir, verständlicherweise, nicht mit Blitz fotografieren dürfen und es finster ist wie im......, lasse ich es bleiben und schaue lieber zu. Fragt mich nicht nach dem Namen des Stückes... sah modern aus. Nachdem sich die Augen wieder ans Tageslicht gewöhnt haben fahren wir ins Hotel. Wir füllen noch unsere Getränkevorräte in der Stadt auf und suchen uns eine nette Gaststätte zum Abendbrot. Kann gut sein, dass Hemingway hier Gast war....wie fast in jeder Kneipe Kubas. Der Frühstücksraum am nächsten Morgen bietet noch einmal einen tollen Blick über die Stadt, bevor wir uns wieder auf machen, den Bus zu betreten. Bayamo Naja ihr kennt das ja schon, ab in den Bus und über die Straßen, also das zwischen den Löchern. Wir halten kurz vor Bayamo. Auf dem Feld steht einsam eine Lok. Mit dieser wurde früher das Zuckerrohr zur Fabrik gebracht. Endlose Felder bei sengender Hitze. Im Hintergrund (links) sieht man die Fabrik in Bartolomé Masó. Doch zunächst fahren wir weiter nach Bayamo. Eine bedeutende Stadt für den Nationalstolz Kubas. Hier wurde die Nationalhymne zum ersten Mal gespielt. Dementsprechend gibt es einige revolutionäre Plätze und Museen zu bewundern. Auf und um den Platz wirkt es etwas karg und verlassen. Das liegt aber sicher an der Mittagszeit, zu der sich nicht viele Kubaner draußen aufhalten. Wir besuchen die "Casa de la Nacionalidad Cubana". Ein relativ unscheinbares Gebäude in der Nähe der "La Catedral Del Santisimo Salvador". Vorn am Gebäude prangt das Wappen Bayamos, welches sich aus allerlei Zeichen und Symbolen anderer Nationen zusammensetzt. Wir gehen durch die Stadt auf dem Weg zu unserem Mittagstisch und bewundern allerhand Kunstwerke. Generell bietet Kuba dahingehend sehr viel. In diesem Fall wurden Pfeiler und Masten verkleidet und die ganze Passage bildet eine Art Kunstgalerie. Wir machen in einem kleinen Hotel halt und warten auf unser Mittagessen. Ein Gitarrenspieler leistet uns Gesellschaft. Er spielt wirklich gut. "Hotel California" hat er auch drauf. Leider hatte ich meine Klappe die Tage zuvor etwas zu weit aufgerissen und erwähnt, dass ich mich auch am Zupfinstrument versuche. Kurzer Hand wird mir die Klampfe in die Hand gedrückt und ich versuche mich mit ein paar Akkorden aus der Affaire zu ziehen. Bartolomé Masó Leicht errötet geht es mit dem Bus weiter nach Bartolomé Masó. Ihr entsinnt euch? Die Zuckerrohrfabrik. Doch auch hier, wurden die Gleise länger nicht benutzt. Hier ist nur unsere Umsteigestation. Da unser Bus den Anstieg nach Santo Domingo nicht schaffen würde, müssen wir auf kleinere Fahrzeuge umschwenken. Santo Domingo Entlang steiler Bergstraßen geht es zu unserem Hotel, der "Villa Santo Domingo". Der Ort ist nicht sehr groß. Im Prinzip eine lange Straße mit ein paar Häusern. Da es auch in den Bergen Kubas recht warm ist, beschließen wir, uns im Fluss, über den wir gekommen sind, abzukühlen. Sierra Maestra Heute ist Wandertag. Wir begeben uns auf die Spuren der Rebellen. Wir fahren mit den Autos zum "Alto del Naranjo" auf 950 m Höhe. Von dort aus geht es zum "Comandancia de la Plata", dem Versteck von Fidel Castro und den Rebellen nach der Landung in Granma. Auf engen Pfaden wie im Dschungel schlängeln wir uns den Berg hinauf. Einige mit ihren bewährten Wander-Flip-Flops. Unser erster Stopp ist am "Posten 1", dem ärztlichen Versorgungszentrum der Rebellen. Eine kleine Hütte am Rande einer Lichtung. Ein Stück weiter den Berg hinauf folgt die Küche. Und danach das Grab von "Geonel Rodríguez Cordoví", einem Revolutionskämpfer. Nein, da besteht kein Zusammenhang. Er starb an den Verletzungen einer Mörsergranate. Wir kommen zum zentralen Teil, dem "Wohnhaus" von Fidel Castro. Der wichtigste Ort der Einrichtung liegt jedoch hinter der Hütte. Das Plumpsklo. Wahrscheinlich der Ort strategisch wegweisender Entscheidungen. Doch noch sind wir nicht ganz oben. Am höchsten Punkt stand das "Radio Rebelde". Der starke Anstieg ist nicht für jeden etwas, lohnt sich aber. Die Antenne gibt es nicht mehr, aber in der Hütte stehen noch einige alte Geräte. Dahinter kann man weit über die Berge blicken. Sicher standen hier auch Che Guevara und Fidel Castro und grübelten über den Sinn des Lebens. Runter kommen sie alle! Wir auch. Und was hat man nach so einer Bergtour? Genau, Hunger! Unser Guide hat mal wieder alles im Griff. Die Dorfbewohner hatten sich am Vortag angeboten, uns Kubas Nationalgericht zuzubereiten. Nein, keine Rebellen sondern Spanferkel. Das nehmen wir natürlich dankend an. Und so wird uns nun, zu einem moderaten Preis, reichlich aufgetafelt und das Dorf wird auch mit satt. Ein Schelm wer denkt, dass das der Sinn war. Der Mittagsschlaf wird wieder einmal im Bus abgehalten, denn die Reise geht weiter. Wir fahren Richtung Santiago de Cuba. Doch natürlich nicht ohne noch einmal anzuhalten. El Cobre Diese Kirche ist ein wichtiger Wallfahrtsort in Kuba. Dort ist die "Barmherzige Jungfrau von Cobre" untergebracht. Eine hölzerne Figur, die von zwei Fischern bei Sturm aus dem Meer geborgen worden sein soll. Das dies für Kubaner ein wichtiger Ort ist, merken wir als unser Guide mit Tränen in den Augen einen Strauß Blumen niederlegt. Ein bewegender Moment. Der Abend endet mit der üblichen Fahrt ins Hotel. Willkommen in Santiago de Cuba. Santiago de Cuba In dieser Stadt wird deutlich, was sich schon länger auf unserem Weg nach Osten abzeichnet. Die Grundstimmung der Menschen ist gefühlt aggressiver. Die Bildsprache der Monumente spiegelt das ebenfalls wieder. Diese Stadt hat auf jeden Fall ein Flair, welches uns nicht besonders zu sagt. Es ist schwer zu beschreiben. Nichts desto trotz, eine sehenswerte Stadt, die wir uns anschauen wollen. Wir starten am..... genau! Revolutionsplatz. Jeder sollte einen haben! Genauer gesagt dem "Plaza de la Revolución Mayor General Antonio Maceo Grajales". Gesundheit. Und jetzt den Bildschirm abwischen! Die Statue stellt, wie der Name des Platzes verrät, Antonio Maceo dar. Ein Stück dahinter brennt die "Ewige Flamme" der Revolution. Auf dem Friedhof der Stadt, dem "Cementerio Santa Ifigenia", ruhen einige der wichtigsten Persönlichkeiten Kubas. Das Bild des weißen Marmors prägt den gesamten Friedhof. Das Grabmal von José Martí überragt das gesamte Gelände. Auch Fidel Castro liegt hier begraben. Der eher schlichte Stein geht fast etwas unter. Die Massen an Menschen, die anstehen um sein Grab zu sehen, zeigen einem jedoch gut an wo man hin muss. Die Wachablösung der Soldaten in Galauniform findet jede halbe Stunde statt. Bei der Hitze wohl auch notwendig. Im Stechschritt geht es vom Grabmal zur Wachstube. Auch andere Persönlichkeiten verbringen hier die Ewigkeit. Neben einigen Mitgliedern der Barcardi auch "Campay Segundo", ein Mitglied des Buena Vista Social Club. Viele Freiheitskämpfer sind ebenfalls beigesetzt und mit Monumenten geehrt. Weiter geht es in die Altstadt. Wir werden am "Parque Cespedes" ausgeladen, auf dem gerade einige Kunstwerke ausgestellt werden. Der erste Blick fällt genau auf die "Catedral Nuestra Señora de la Asunción". Während wir uns die Kathedrale ansehen, wird unser Busfahrer von der Polizei angesprochen. Offensichtlich gibt es auch in Kuba so etwas wie Parkverbot. Gleich um die Ecke liegt der "Balcón de Velázquez", den sich ein Herr selben Namens, ein Zuckerbaron, bauen lies um den Blick über die Stadt zu genießen. Warum es ihm also nicht gleich tun. Sicherlich war der Blick früher nicht so verbaut, aber schick sieht es dennoch aus. Wir tingeln weiter durch die Stadt und werden immer mal wieder von Leuten angebettelt. Das hatten wir so noch in keiner Stadt zuvor. Wie schon erwähnt ist die Grundstimmung hier aggressiver. Die Treppen vor uns, die "Calle Padre Pico" sind nicht nur einfache Stufen, sie sind revolutionär und waren wohl der Weg der Kämpfer durch die Stadt. Am "Plaza Dolores" nimmt der Trubel dann etwas überhand. Nachdem einige von uns noch durch eine geistig etwas verwirrte Kubanerin belästigt wurden, reicht es uns. Wir wollen nur noch hier raus. Auf dem Rückweg zum Bus fällt uns eine Kneipe auf. Der Name klingt seltsam vertraut: St. Pauli. Offenbar haben sich hier einige Hamburger niedergelassen und ihre berühmte Straße auf die Innenwand ihres Restaurants gemalt. Der vertraute Anblick unseres blauen Gefährtes wartet am "Plaza de Marte" und der darauf befindlichen Freiheitssäule. Cayo Granma Unser Mittagessen wartet diesmal etwas außerhalb der Stadt, was uns entgegen kommt. Wir fahren mit einem Katamaran auf die Insel "Cayo Granma" und genießen den Blick auf die Bucht. Zur Verdauung steht noch ein Rundgang um die kleine Insel an. Diese hat einen typisch kubanischen Charme. Als Abschluss geht es zur Festung "Castillo del Morra". Die alte Wehranlage am Eingang der Bucht bietet einen genialen Blick. Und die Industrieanlage im Hintergrund bildet einen interessanten Kontrast zur restlichen Landschaft. Bei der Festung zeigte sich wieder einmal: man hat beim Fotografieren immer Jemanden der einem ins Bild springen muss. Vorbei an den Souvenirständen geht es zum Bus. Die Hüte hier kratzen alle, darum muss der Alte noch eine Weile durchhalten. Die Stadt kann einen ganz schön schlauchen. Daher genießen wir unser Abendessen im Hotel. Am nächsten Morgen geht es zur "Moncada-Kaserne". Der Angriff auf diese Einrichtung gilt als offizieller Beginn der kubanischen Revolution und ist heute ein nationales Denkmal. Ob die Einschusslöcher noch original sind, können wir nicht ganz nachvollziehen. Die Führung durch das Museum im Inneren zieht sich ganz schön in die Länge. So viel revolutionäre Informationen überfordern das morgendliche Hirn. Playa Esmeralda Daher freuen wir uns auf unser letztes Hotel für die Reise. Im "Playa Esmeralda" sind drei Tage Erholung eingeplant, bevor der Rückflug droht. Dort angekommen genießen wir den Strand, der mehr an Klischee kaum bieten kann und die Freigetränke. Am nächsten Tag fahren wir noch zu einem Souvenirmarkt in der Nähe. Da meine Wohnungswände zu Hause noch recht kahl sind, kaufe ich eine Ölbild. Handeln ist hier Pflicht! Der restliche Tag wird wieder am Strand verbracht....so gar nicht meins. Auch wenn die Stranddisco und Baden bei Nacht ganz cool sind, beschließen einige der Truppe den nächsten Tag für einen Ausflug zu nutzen. Im Hotel kann man allerhand buchen. Wir entscheiden uns für Schwimmen mit Delfinen. Leider nur in einem abgesperrten Meeresbecken und auch eher nur ein Planschen, aber auf jeden Fall ein Erlebnis. Der letzte Tag steht dann im Zeichen des Abschiedes. Am Flughafen trennen sich die Wege unseres Guides, unseres Busfahrers und unsere eigenen. Wir haben noch ein wenig Geld gesammelt und überreichen es beiden verpackt in einer Karte. Mit feuchten Augen verabschiedet sich unser Guide und wir warten am Flughafen auf den Abflug. Mach's gut Kuba. Es war schön, warm und feuchtfröhlich!! Read More
Tirol - Kurztrip in die Berge

Tirol - Kurztrip in die Berge

Hat man nicht tolle Freunde, die einem zum Geburtstag etwas schenken, wobei man möglichst den totalen Horror bekommen soll?  Na gut...sie haben sich dann dazu entschlossen, den Horror mitzumachen. Aber von Anfang an: Das Geschenk war ein Wildwasserrafting. Und damit es nicht nur Null Acht Fünfzehn auf der Neiße stattfindet, wurde das Ganze kurzerhand nach Tirol verlegt. Auf den Inn....In den Inn....Unter den Inn? Die Anreise bestand überwiegend aus deutschen Autobahnen und Regen. Auch als wir nach Österreich kamen, war von Bergen nicht viel zu erblicken. Darum beließen wir es an dem ersten Abend bei einem Stadtrundgang durch das kleine Örtchen Imst und der Suche nach etwas Essbarem. Rafting auf dem Inn Am nächsten Morgen war ich daher erstaunt, wo auf einmal die ganzen Berge herkamen. Der Nebel hatte sich gelüftet. Aber für Bewunderung blieb keine Zeit, denn es stand das Rafting in der Nähe von Imst an. Das Wetter sah immer noch trübe aus und es nieselte, aber nass würden wir heute sowieso werden. Nach einer kurzen Einweisung vor Ort, mussten wir uns direkt in Neoprenanzüge quetschen. Mit der Vollmontour und Helm ging es mit dem Kleintransporter zur Anlegestelle. Die Boote mussten wir noch ein Stück tragen. Auf einem kleinen Platz folgte dann die Einteilung der Gruppen und das Einüben der Kommandos. Da unser Trupp schon bei bester Laune war, teilte die Cheforganisatorin uns gleich bei sich ein. Eine junge Frau aus Irland. Nachdem alle Kommandos verinnerlicht waren, konnten wir die Neoprenanzüge befeuchten. Im 4 °C kalten Fluss. Bibber!!! Ein Boot nach dem anderen wurde zu Wasser gelassen und wir schipperten langsam los. Als unsere Steuerfrau uns gerade die Rettungsleine zeigte und diese ins Boot werfen wollte, fiel sie "rein zufällig" über Bord und verhakte sich unterm Bug. Also: Alle raus!! Boot umdrehen, Leine einsammeln und wieder an Bord. Ging ja gut los. Kaum wieder im Boot, näherte sich die erste Stromschnelle. Paddel bereithalten. Und ab ging die wilde Fahrt. So viel Spaß hatte ich lange nicht mehr. Die ruhigen Passagen nutzte unsere Steuerfrau für ein paar kleine Spieleinlagen. "Tequila" nennt es sich offensichtlich, seinen Oberkörper soweit rückwärts übers Boot zu lehnen, bis der Kopf im Wasser eintaucht. Nach einigen Schwimmübungen im Fluss, dem Entern anderer Boote und paddeln im Stehen durften wir auch nochmal auf dem Bug Platz nehmen. Nachdem die Boote im Trockenen waren und wir selbst diesen Zustand auch wiedererlangt hatten, folgte noch ein Abschluss mit einem leckeren Obstler. "Sche wars" oder was auch immer der Österreicher sagen würde. Oldtimer und Berge So eine Bootstour die macht...hungrig!! Nur gut, dass wir auf dem Weg zum Rafting einen coolen "American Diner" gesehen hatten. Vielleicht sonst nicht unbedingt ein Foto wert, war dieser doch von einer Menge Oldtimer umgeben und auch aus solchen zusammengesetzt. Etwas besorgniserregend erschien uns jedoch, dass hier schon Leute verhungert waren. Eventuell hatte auch einfach nur der "Drive In" geschlossen. Keiner der Wagen schien noch in Gebrauch. Einige wirkten ausgelaugt, ... ...andere angenagt und manche hielten nur noch in der Gruppe zusammen. Auch wenn es einen gewissen Charme hatte, Autoliebhabern würde das Herz bluten. Aber wir waren ja zum Essen dort. So gestärkt wollten wir den Abend jedoch nicht in der Ferienwohnung verbringen. Also beschlossen wir, uns noch etwas die Gegend anzuschauen.  Ich mein Berge... Berge...soweit man sieht. Fällt eigentlich auf, dass ich sonst im Flachland wohne? Also schlenderten wir zu einem "kleinen" Spaziergang los. Bewaffnet mit gewissen "Maps"... was kann schon schiefgehen? Naja, ich will es mal so formulieren: Taschenlampen an Handys sind gut und man sollte beim Planen der Route etwas auf die Uhrzeit achten. Wenigstens der Ausblick auf Imst war auch bei Nacht schön. Rosengartenschlucht und Muttekopf Man fährt ja nicht bis Österreich, nur um mal im Wasser zu planschen. Nur gut das Imst auch noch mehr zu bieten hat. Die steilen Häuser ließen es schon vermuten: Hier geht es bergauf! Und so ging es eher gemächlich die schmalen Passagen hinauf. Aber der Ausblick war die Mühe wert! Über Holzbretter, glitschige Steine, enge Berghänge und Wasserfälle... ...kamen wir weiter oben zur Blauen Grotte, deren Eingang etwas versteckt am Wegrand lag. Nein, nicht die Blaue Lagune - das war etwas anderes.  Der schmale Flusslauf scheint sich gut zum "Canyoning" zu eignen. Zumindest zeugten allerlei Kletterseile direkt im Bachlauf davon. Weiter oben wurde das Gelände wieder flacher und weitläufiger. Vor uns erstreckte sich plötzlich das breite, steinige Flussbett des Schinderbaches. Und was machen erwachsene Männer, wenn sie genug Steine und einen Flusslauf haben??? Rüchtüsch. Da wird erstmal kräftig "umgeleitet". Wie im Straßenverkehr. Oder einfach nur hoch gestapelt. Muttekopf Nach diesem ganzen Gelaufe machte sich schnell der Hunger bemerkbar. Nur gut, dass in der Nähe die Talstation des Sesselliftes war. Dort wurde ersteinmal "eingekehrt".  Nach erfolgreicher Stärkung ging es mit dem Lift weiter zur Mittelstation, auf ca. 1490 m Höhe. Mit getrübtem Blick nach oben war das Ziel klar: Die Schneegrenze!! Zugegeben sehr ambitioniert. Anfangs stiefelten wir noch recht schnellen Schrittes dem Flusslauf hinterher. Links und Rechts säumte ein "Rudel" Kühe den Weg. Die Tiere sahen ganz schön dürr aus. Wahrscheinlich werden sie für Magermilch gezüchtet. Gefühlt wurde der Weg immer länger. Die Krüppel-Fraktion von uns fiel langsam aber sicher zurück. Die anderen zwei Verrückten wollten unbedingt noch zur Schneegrenze hoch und sprinteten davon. Ungefähr auf Höhe der Latschenhütte brachte uns das Alpenpanorama dann aber entgültig zum Stehen... Das und die morschen Knochen. Neben Magermilchproduzenten gab es auch einen kleinen Wasserfall sowie einen Steinkreis zu entdecken. Der kann ja nur von Außerirdischen stammen. Erich von Dänekin würde mir da sicher zustimmen. Wir setzten uns dort auf einen größeren Stein und genossen die Sonne und den postkartengleichen Ausblick auf den Muttekopf vor uns. Ob die anderen wohl schon im Schnee spielten? Man hätte hier durchaus verweilen können, wenn da nicht der Zeitdruck der letzten Talfahrt drängeln würde. Nach einem kurzen Telefonat mit den anderen Delinquenten machten wir uns auf den Rückweg. Leider haben die beiden es nicht bis zum kühlen Weiß geschafft. So trafen wir uns an einer Weggabelung und gingen wieder vollzählig zur Station zurück. Der Versuch anstatt Schnee wenigstens noch eine Kuh anzufassen, endete in einem katzenartigen Fluchtreflex des Tieres.  Doch ein Highlight wartete ja noch auf uns: der "Alpine Coaster". Auf einer Länge von 3535 m ging es diesmal die 500 Höhenmeter rutschend nach unten. Also volle Kraft voraus. Nachdem auch der Langsamste von uns...*hust* ich..... ankam, stand der Abstieg nach Imst an.  Um den Ausblick etwas zu erweitern, nahmen wir diesmal die Straße nach unten. Nicht so jedoch unsere zwei Übermotivierten. Wohl noch nicht ausreichend ausgelastet, wollten die beiden die Rosengartenschlucht hinunter sprinten. Auf der Straße hinunter begegnete uns das erste mal ein Phänomen, welches wir in den folgenden Tagen noch öfter und extremer zu Gesicht bekommen würden. Die Tiroler scheinen Sitzbänke entweder extrem schlecht zu positionieren oder alpine Bäume wachsen gern an Bänken. Zumindest war fast jeder Aussichtspunkt mit Bank von Grünzeug zugewachsen. Eine Stelle zum Durchschieben der Linse fand sich dennoch. Vor uns tauchte langsam wieder Imst auf. Geschafft! Die Sprinter warteten schon eine Weile auf uns. Fernstein Eigentlich wollten wir ja einen kleinen Abstecher nach Venedig machen.... Ein kurzer Blick auf die Karte verriet jedoch Fahrtzeiten jenseits von Gut und Böse, weshalb wir umdisponierten. Nur gut, dass es das Internetz gibt, wo sich nach ein wenig Recherche eine Alternative fand. Der Fernstein.  Das recht übersichtliche Areal besteht als Naherholungsgebiet aus dem Schloss Fernstein, dem Fernsteinsee und der "Vierzehn Nothelfer Kapelle". Heißt die wirklich so?   Ersteinmal hinauf, runter geht es dann schneller. Vorbei an einigen kleinen Bachläufen tauchte hinter den Bäumen dann das Schloss auf. Ob hier wohl die schöne Prinzessin schläft? Von außen wirkte es noch recht märchenhaft, doch war es innen ziemlich enttäuschend. In das kleine Schloss selbst gelangte man nicht hinein, der Innenhof gab auch nicht viel her und eine Prinzessin haben wir leider auch nicht gefunden. Also gingen wir weiter den Berg hinauf. Vorbei an einigen Felsformationen endete der Bergpfad vor einer Bank.... Muss ich noch mehr sagen? Natürlich waren wieder Bäume davor. Langsam zeichnete sich ein Muster ab. Der Aussicht berraubt, nahmen wir notgedrungen den selben Weg zurück und gingen weiter hinunter zum Fernsteinsee. Man könnte ja eine kleine Bootstour machen, nachdem man sich im Cafe etwas gestärkt hatte. Aber auch hier war an dem Tag irgendwie der Wurm drin. Die Tretboote gehörten scheinbar niemandem und sahen auch nicht sonderlich einladend aus. Also nahmen wir den Fußbus und wanderten um den See herum.  Manch einer, bei dem die Welt ab und an mal auf dem Kopf steht..... ...schien sich hier seine private Erholungsinsel gesucht zu haben. Auf der anderen Seite des Sees passierten wir ein kleines Gatter und gelangten auf eine Kuhweide direkt am See, die von großen und kleinen Tieren bevölkert wurde. Als wir fast einmal um den See herum wahren, warfen wir einen letzten Blick auf den Fernstein bevor wir uns wieder auf den Weg machten.  Da der Tag noch jung war, suchten wir uns zum Aufwärmen ein Hallenbad. Im Whirlpool genossen wir den Ausblick auf die Zugspitze. Abschalten pur! Auf dem Rückweg über den Fernpass legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am "Zugspitzblick" ein und genossen die Aussicht. Diesmal ohne Bank! Innsbruck Der letzte Tag und immer noch keinen Schnee gehabt. Zeit etwas höher zu kommen. Um nicht immer den selben Ort zu sehen, ging es mit dem Auto nach Innsbruck. Dort angekommen, gingen wir direkt zum Angriff über und nutzten die Bergbahn zum Nordpark hinauf. Während wir auf die Seilbahn warteten, die uns weiter hinauf zur Seegrube auf der Nordkette bringen sollte, breitete sich Innsbruck  vor uns aus. Als wir weiter nach oben gelangten, verschwand die Stadt allmählich unter den Wolken. Vor uns lag ein Downhill-Parkour (Beginn am gelben Tor), bei dem sich zwei Jugendliche bereits nach 10 Metern das erste Mal auf dem Boden wälzten. Bei den Schafen neben uns sah das etwas eleganter aus. Der Blick nach oben machte klar, warum wir uns gegen das Laufen entschieden hatten. Wir wollten nicht enden wie die Radfahrer! Endlich Schnee!! Oben auf der Hafelkar angekommen, konnten wir das nun auch von der Checkliste streichen. Der Schneemann wurde der Hit bei einer asiatischen Reisegruppe. Bei seinem Aussehen auch kein Wunder!! Über den Wolken schien die Freiheit wohl wirklich grenzenlos. Zumindest vermittelten die endlosen Bergketten den Eindruck.   Aber kein Bergaufstieg...Auffahrt...ohne den Gipfel zu erstürmen. Nun gut, gemütlich zu erlaufen! Als "Bergsöhne Innsbruck" würden wir uns sicher nicht bezeichnen. Aber Oben ist Oben! Wer hoch geht, muss auch wieder runter kommen! Denn da wartete ja noch Innsbruck auf uns. In der Innenstadt angekommen, schraubten wir uns erst einmal den Stadtturm hinauf. Überblick ist ja schließlich alles. Nach der obligatorischen Sachertorte im örtlichen Cafe, erkundeten wir weiter die Stadt. Auf dem Weg begegnete uns dann wieder das altbekannte Aussichtsbank-Problem. Die Krönung aller Bänke hinter versperrten Aussichten!! Vielleicht haben die Österreicher zu viel Ausblick und brauchen daher Ruhepunkte die sie abschotten? Ein letzter Abstecher führte uns in den Botanischen Garten, der überwiegend einheimische Pflanzen beherbergt. Und zum Schluss noch ein letzter Blick auf Innsbruck, bevor es wieder nach Hause ging.  Ein schöner Kurzurlaub zum Auftanken und Abschalten. Vielen Dank an die verrückte Bande, die es organisiert hat. Es hat eine Menge Spaß gemacht!! Read More
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